Am einem überaus ruhigen Dienstag kurz nach 18.00 Uhr im Odenwald. Bei der Fahrt durch Amorbach fällt das gemütliche Gasthaus Brauerei Burkarth ins Auge. Das Wetter ist schön und wir möchten draussen essen. Die zwei Tische auf der kleinen Terrasse sind mit insgesamt vier Personen besetzt. Aber da sind ja noch die Tische vor dem Eingang mit Blick zum Marktplatz. Wir nehmen Platz und eine freundliche Dame überreicht uns die Speisekarten mit der Information, dass Wildbratwürste und saure Nieren aus sind. Wir entscheiden uns für das Tagesgericht "Odenwälder Rehsülze" sowie das "Stammtischschnitzel". Dazu werden Silvaner und Riesling aus der Region geordert. Obwohl ausser uns und den vier Terrassengäste zunächst keine anderen Gäste anwesend sind gestaltet sich der weitere Ablauf mehr als schleppend. Im grossen zeitlichen Abständen werden Getränke, Brot und die beiden überaus leckeren Salate gebracht. Jetzt ist schon mehr als eine Stunde vergangen aber die beiden einfachen Gerichte Sülze und Schnitzel lassen immer noch auf sich warten. Als diese endlich gebracht werden antwortet die die Bedienung auf Nachfrage, der Koch wäre mit der Bewirtung der Terrassengäste (4 Personen!) stark beschäftigt gewesen. Naja, keine plausible Begründung oder Entschuldigung aber wir sind ja nicht besonders in Eile. Das servierte Schnitzel mit Bratkartoffeln ist sehr dünn aber gut. Die Rehsülze dagegen ist unter der Salatgarnitur, die 1:1 dem Beilagensalat gleicht zunächst nicht zu erkennen. Bei genauerer Betrachtung sind einige Fleischstücke zu erkennen die nicht einer schnittfesten Scheibe Sülze ähneln sondern sich in einer matschigen Konsistenz befinden getoppt von dem Salat inklusive Dressing. Die Farbe der Fleischstücke ist hell und sieht nicht nach Reh oder Wildbret aus. Der Geschmack ist undefiniert. Die Reklamation bei der freundlichen Bedienung wird mehr oder weniger wortlos abgetan, genau wie die Nachfrage wegen der überlangen Wartezeit. Meine Frau lässt das Gericht zurückgehen. Aus der Küche kommt ebenfalls keine Reaktion oder Erklärung. Dennoch taucht die Sülze später auf der Rechnung auf. Die Bedienung erklärt sie handele auf Anweisung - der Koch habe keine Zeit auf die Reklamationen der Gäste einzugehen. Zum Schluss wird das Gericht aber von der Rechnung genommen. Die Mängel bei Professionalität und Qualität wären meiner Meinung leicht zu beheben wenn man die Kritik und die Gäste im Brauhaus Burkhardt ernster nehmen würde.
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